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Wo kommt eigentlich unsere Baumwolle her?

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Wer darunter leidet, dass wir billig einkaufen wollen

Baumwolle ist einer der beliebtesten Stoffe weltweit. Die weiche Faser fühlt sich angenehm auf der Haut an und ist beginnt Gegensatz zu Polyester nicht ganz so schnell unangenehm zu riechen. Doch wo kommt dieses Material eigentlich her und kann man Baumwolle mit gutem Gewissen kaufen?

Baumwolle wird überwiegend in Afrika, Ägypten und Indien angebaut. Der Anbau der Textilpflanze schien lange Zeit lukrativer zu sein, als der Anbau von Nahrungsmitteln. Darum haben viele Bauern umgesattelt und begonnen, Baumwolle anzubauen.

Das Problem mit Baumwollpflanzen …  Die Baumwollpflanzen sind allerdings nicht besonders resistent Schädlingen gegenüber, weshalb täglich hochgiftige Pestizide auf die Pflanzen gesprüht werden. Eines der meisteingesetzten Gifte trägt den Namen Monocrotophos. Diese Substanz besteht aus ähnlichen Inhaltsstoffen wie Chemiewaffen.

Die Bauern tragen beim Sprühen der Pestizide keinerlei Schutzkleidung und die Gifte gelangen über die Haut direkt in ihr Blut. Durch fehlende Bildung bringen die wenigsten Menschen ihre kritischen Gesundheitszustände, die lahme Zunge, die Atemschwierigkeiten und die Lähmungen der Beine, mit dem Insektengift in Zusammenhang. Sie begeben sich erst in ärztliche Behandlung, wenn es schon zu spät ist.

Die Gifte gelangen auch auf die Ernte der Nahrungsbauern und in das Grundwasser. Wobei sie allerdings häufig nicht helfen sind die Ungeziefer die die Baumwollpflanzen angreifen. Diese haben mittlerweile Resistenzen entwickelt. Die Ernten der Baumwollbauern fallen immer häufiger aus oder sind sehr mager. Die Bauern leiden unter den fehlenden Einkünften und einer daraus folgenden Existenzangst. Sie kaufen mehr Pestizide, stürzen sich in Verschuldungen und pfänden ihre Ernte noch vor dem Pflücken.

In Europa sind die genutzten Gifte schon lange verboten, doch diverse Chemieunternehmen verkaufen sie noch immer auf dem Indischen Markt.

Die aufgesprühten Gifte gelangen auch in unseren Kleiderschrank

Auch kurz vor der Ernte werden die Pflanzen häufig besprüht, wodurch sich die Baumwollfasern mit Pestiziden vollsaugen. Diese Gifte nur schwerlich oder gar nicht hinaus zu waschen und setzen sich zum Beispiel in Stoffen fest die später zu Unterwäsche verarbeitet werden. Dadurch werden sie direkt in den Organismus geführt.

Die Bauern bekommen für einen Sack Baumwolle im Schnitt 10€, hierbei kann es sich um den gesamten Erlös eines halben Jahres harter Feldarbeit handeln.

Nach dem Verkauf der rohen Baumwolle werden die Fasern in die Textilproduktion überführt. Sie werden geglättet und mit ätzender Bleiche behandelt. Die Arbeiter sind hierbei den Gasen und den herumfliegenden Baumwollfasern ungeschützt ausgesetzt. Diese Fasern setzen sich in der Lunge fest und die Gase und Gifte vergiften die Arbeiter nach und nach. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen die in der Textilproduktion, besonders mit Bleiche, arbeiten beträgt 35 Jahre. Trotz Kläranlagen können die Gifte nicht aus dem Wasser gefiltert werden, denn die Verseuchung ist zu weit fortgeschritten. Sie gelangen in das Grundwasser, in Flüsse und in den Boden. Dieser wird für den Lebensmittelanbau nahezu unbrauchbar, in Gegenden in denen die Textilindustrie präsent ist.

Die dort ansässigen Menschen müssen von außerhalb mit Trinkwasser versorgt werden, doch dieses wird teuer verkauft. Ungefähr ein Drittel des Lohnes der Arbeiterinnen im Monat müssen sie für Trinkwasser ausgeben. Die Frauen in den Produktionshallen arbeiten für 2€ am Tag. Sie leiden unter Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, denn die mit Pestiziden getränkte Baumwolle gibt giftige Gase in die Luft ab und in die Haut der Menschen.

Viele große Textilunternehmen in Europa testen zwar den Pestizidgehalt der Kleidung, jedoch werden nur im Ausnahmefall Stücke aussortiert. Manche Labels versuchten es bereits mit Biobaumwolle, doch häufig wird diese wieder abgeschafft, weil sie nicht lukrativ genug ist.

Dieses Bild wurde freundlichst von www.des-belle-choses.de zur Verfügung gestellt

Dieses Bild wurde freundlichst von www.des-belle-choses.de zur Verfügung gestellt

Damit wir für kleines Geld in Deutschland Kleidung kaufen können und es uns leisten können, jeden Trend mitzugehen, sterben in Indien und Afrika Menschen an Vergiftungen und Lungenschäden, unser Planet wird jeden Tag durch Unmengen an Giften, die in den Boden geleitet werden belastet. Während wir auf die Energieeffizienz unseres Kühlschranks achten und das Licht jedes Mal ausmachen, wenn wir ein Zimmer verlassen, kaufen wir Billigmode bei Discounterketten.

Was können wir besser machen?

Es gibt bereits verschiedenste Labels die mit Nachhaltiger Produktion und Biostoffen werben. Diese Teile sind leider häufig deutlich teurer als Mode die man bei H&M oder Esprit bekommt.

Aber hier stehen wir wohl vor der Entscheidung was ist uns Mode eigentlich wert?



2 Antworten zu “Wo kommt eigentlich unsere Baumwolle her?”

  1. Gilda sagt:

    Ein wirklich interessanter Beitrag. Das mit dem Gift wusste ich noch nicht und ich finde es gut, dass du einen Beitrag dazu verfasst. 🙂

    LG Gilda

  2. Sarah sagt:

    Ein super spannender Post!
    Ich finde es toll, dass du dich so mit dem Thema beschäftigst!

    Ich wünsche dir einen wundervollen Abend <3
    Liebst, Sarah von Belle Mélange
    belle-melange.com

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