logo

Der Blogger-„Alltag“

Wer bei dem Wort Fashionblogger nur an schöne Menschen mit einem vollen Kleiderschrank denkt, die ab und an mal vor der Kamera stehen und ansonsten nur an hübschen Starbuckskaffees nippt, der täuscht sich gewaltig. Ein Fashionblogger hat diverse Jobs. Man ist nicht nur Model, man ist auch Fotograf, Webdesigner, SEO Agent, Marketing Manager, Social Media Manager, Location Scout, Stylist, Journalist und Make-Up Artist. Klingt viel? Ist auch viel! Aber fangen wir am Anfang an:

Stylist

Die meisten Fashionblogger arbeiten alleine an ihrem Blog und müssen sich dementsprechend selbst um ihr Styling kümmern und natürlich hat jemand der seinen eigenen Fashionblog hat eine gewissen Leidenschaft dafür, jedoch ist es gar nicht so einfach wie es manchmal klingt immer wieder neue, tolle Outfits zusammen zu stellen. Gerade wenn man noch relativ am Anfang mit seinem Blog steht und keine 100 Sponsoren hinter sich stehen hat die einen mit neuen Klamotten ausstatten, muss man immer wieder tolle Kombinationen aus seinem eigenen Kleiderschrank zu zaubern. Die meisten starten ihren Blog während sie in der Schule oder im Studium stecken und haben dementsprechend kein Geld um immer wieder neue Kleidung zu kaufen. Mein Tipp dazu ist, einfach mal bei der besten Freundin durch den Kleiderschrank stöbern.

Make-Up Artist

Wir alle haben wohl unsere Morgenrutine, bei manchen dauert es länger, bei manchen geht es schneller. Als Blogger muss man sein Make-Up komplett überarbeiten. Das normale Tagesmake-Up reicht häufig nicht für Blogfotos, da es meist untergeht. Gerade wenn man kein absoluter Profi mit Photoshop ist, ist das Make-Up wahnsinnig wichtig! Die Augen sollten mehr betont werden als normalerweise, ein bisschen Puder um keine glänzende Haut zu bekommen und ein bisschen Rouge um gesünder auszusehen, diese Punkte sind absolute Musts!

Model

Ich denke dieser Punkt ist wahrscheinlich allen klar. Das Modeln ist natürlich auch ein großer Punkt beim Erstellen von Outfitbildern und das ist gar nicht so einfach. Jeder hat so seine Lieblingsposen, aber wie langweilig ist es, wenn jedes Outfit mit den gleichen Posen geschossen wird? Man muss sich also immer mal wieder neue Inspirationen holen und neue Dinge ausprobieren, was wiederum dazu führen kann, dass ein Shooting auch mal 1 ½ Stunden dauert. Mit der Zeit wird man allerdings deutlich routinierter und weiß ziemlich genau in welchen Posen welches Outfit besonders gut herauskommt und welche Bewegungen zu einem passen. Das wichtigste ist: Man muss sich auf dem Foto wohlfühlen denn man kann auf einem Foto ganz genau erkennen, ob sich jemand wohlfühlt oder nicht. Und während die meisten Blogger auf ihren Fotos extrem ernst dreinschauen, ist es vielleicht auch mal eine gute Idee zu lachen, das vermittelt eine viel schönere und freundlichere Atmosphäre auf deinem Blog.

Location Scout

Das beste Outfit und der tollste Fotograf können kein tolles Foto zaubern wenn die Location Mist ist. Die Location muss das Outfit unterstützen. Sie darf nicht zu viel ablenken, muss genug Licht aufweisen, darf nicht zu viel Schatten haben. Es gibt tausende Dinge auf die man achten muss wenn man seine Location aussucht. Am einfachsten ist es natürlich wenn man in der Nähe der eigenen Wohnung bleibt, dann schafft man mehr Outfits an einem Stück und kann sich immer zu Hause umziehen, allerdings ist es häufig schöner sich eine spezielle Location auszusuchen und sich die Zeit zu nehmen ein Outfit an einem besonderen Ort zu fotografieren.

Fotograf

Eine der schwierigsten Aufgaben als Fashionblogger ist es einen geeigneten Fotografen zu finden. Meine Bilder werden hauptsächlich von meinem Freund geschossen, allerdings stöhnt er mittlerweile auch wenn ich wieder mal bettel. Eine schöne Möglichkeit besteht darin sich andere Blogger in seiner Stadt zu suchen und sich gegenseitig zu fotografieren. Wichtig ist es allerdings in jeglicher Weise wenigstens über ein Grundwissen im Bereich Fotografie zu haben. Man sollte schon wissen wo die Unterschiede bei einem Objektiv liegen, was ISO und Blende bedeutet und was die eigene Kamera kann. Ich war ziemlich geschockt, als ich bei einem Bloggertreffen einer anderen Bloggerin meine Kamera für ein Gruppenfoto in die Hand drückte und sie mich fragte wie man mit dem Objektiv zoomen könnte, man kann mit Festbrennweiten nicht zoomen, das müsste man als Blogger eigentlich wissen. Abgesehen von dem klaren Fotografenjob muss man natürlich auch Bildbearbeitungssoftware beherrschen. Ein nicht bearbeitetes Bild ist kein gutes Bild, es ist wichtig besonders nochmal in die Lichtbearbeitung zu gehen und die Bilder dadurch für alle attraktiver zu machen. Die Bildbearbeitung dauert meist 1-2 Stunden pro Shooting, aber man wird routinierter und hat irgendwann seinen Lieblingslook gefunden.

Bearbeitung

Webdesigner

Auch wenn die meisten Blogger ein fertiges Template benutzen und ihren Blog darauf aufbauen ist es doch so, dass vieles individuell angepasst werden muss. Sämtliche Plug-Ins müssen installiert, irgendwelche Farben geändert, Logos entworfen und einzelne Images erstellt werden. Das ist mehr Arbeit als es klingt und leider ist man auch nicht fertig nachdem man das alles gemacht hat. Ein Blog ist ein wachsendes Projekt, immer wieder möchte man etwas neu machen und wenn neue PlugIns installiert werden geht auch gerne mal etwas anderes kaputt. Wer dann keinen teuren Profi angagieren möchte muss sich selbst darein arbeiten. HTML und CSS sind zwar recht einfach zu lernen, aber man muss es tun und das kostet Zeit und viel Mühe. Gerade wenn man vorher noch nie mit solchen Programmen zu tun hat dauert es gerne auch mal Tage zu verstehen wo der Fehler liegt und wie er behoben werden kann.

IMG_4430

Journalist

Zu einem guten Blog gehören halt nicht nur gute Bilder sondern auch gute Texte! Die tollsten Bilder können einen Blog nicht dazu bringen erfolgreich zu sein, wenn die Texte schlecht, unverständlich, uninteressant sind oder vor Rechtschreibfehlern nur so strotzen. Content is King! Heißt es häufig in der Bloggerwelt, wer keinen interessanten Content bietet der bekommt keine Klicks, der wird nicht erfolgreich, für den interessiert sich niemand. Und seien wir mal ehrlich, jeder Blogger möchte gerne gekannt werden und nimmt auch gerne mal ein bisschen Geld für seine Mühen in Empfang. Die Aufgabe eines Journalisten und entsprechend auch eines Bloggers ist es ein Gespühr dafür zu entwickeln was die Leser interessieren könnte und diese Themen in Texte zu packen die interessant sind zu lesen.

SEO-Agent

Wenn jetzt also die Texte geschrieben, die Fotos geschossen und das Layout fertig gestellt wurde, dann ist es Zeit für den SEO-Agent. SEO – oder ausgeschrieben Search Engine Optimizing – bedeutet seine Texte für Google zu optimieren und damit im Suchmaschinen Ranking höher gestuft zu werden. Viele Blogs bekommen einen regelrechten Leserstrom über Google deswegen ist es wichtig sicherzustellen, dass Google die geschriebenen Texte auch findet und den richtigen Themengebieten zuordnet, sowie sie schön weit oben in der erscheinenden Liste anordnet. Wer klickt schon jemals wirklich auf Seite 3?

Social Media Manager

Gehen wir davon aus, dass ein Beitrag fertig ist, wie erfährt jemand davon? Hier kommen Social Media Kanäle ins Spiel. Für Blogger sind dies hauptsächlich Facebook und Instagram, wobei es auch diverse Bloggerforen gibt auf denen man ein bisschen mehr bloggerintern unterwegs ist und seine Texte veröffentlichen kann.
Instagram und Facebook erfordern sehr viel Arbeit. Um mehr Follower zu erreichen wird es empfohlen um die drei Mal pro Tag ein Bild auf Instagram zu posten und umso mehr Zeit darein zu stecken andere Instagram Accounts zu finden die einem gefallen. Hier heißt das Zauberwort: LIKEN! Wenn man Bilder von anderen liket macht man auf sich aufmerksam und genau das soll erreicht werden. Facebook nutzen die meisten eher um neue Blogartikel anzuteasern oder direkt zu promoten. Es gibt viele Gruppen in denen man seine neuen Posts teilen kann und dadurch eine große Zielgruppe erreicht!

Marketing Manager

Doch nicht nur Social Media ist wichtig für einen Blogger, auch andere Arten des Marketings sind wichtig und zielführend. Zum Beispiel müssen Presseagenturen kontaktiert werden um in die E-Mail Verteiler aufgenommen zu werden und damit von anstehenden Events zu erfahren. Events sind besonders wichtig um andere Blogger und potenzielle Partner kennenzulernen. Während Partner bedeuten können, dass man ein Advertorial verkauft, bringen andere Blogger dir oft tolle neue Kontakte und noch viel wichtiger großartige Freundschaften. Als Marketing Manager für den eigenen Blog müssen außerdem Werbematerialien beschafft werden, Flyer, Visitenkarten, Briefpapier, was immer einem wichtig erscheint.

Bis ein Blogpost irgendwann wirklich erscheint muss also so einiges getan werden. Ich hoffe, dass ich euch mal ein kleines bisschen Einblick ermöglichen konnte und ihr jetzt eine gewisse Vorstellung davon habt was bei einem Blog so hinter den Kulissen vor sich geht.



4 Antworten zu “Der Blogger-„Alltag“”

  1. hiho, ich schreibe heut mal gern mal was dazu 🙂

    übrigens: ein toller artikel/beitrag, der in der tat das breit spektrum eurer arbeit zeigt, aber ein paar kommentare muss ich dazu ablassen 🙂

    ich als mann erwarte nicht zwingend schöne menschen, wenn ich an fashionblogger(ei) denke – in erste linie soll ja mode gezeigt werden und die gesichter/models sind grundsätzlich zweitrangig. weiterhin muss ein fashionblogger nicht zwangsläufig selber in die rolle des models, fotografen, webdesigner, SEO agent, marketing manager, social media manager, location scout, stylist, journalist und make up-artist springen – ich bezweifle sogar, dass es welche gibt, die wirklich alles selbst machen – es wäre dann zu bezweifeln, ob bzw. was die eigentliche kernkompetenz einer solchen allrounder-person wäre (!) man kann sich auch schnell verzetteln, wenn man seine kraft auf zu vielen baustellen vergeudet – getreu dem motto: man kann nicht auf mehreren hochzeiten tanzen 😉

    stylist und journalist sind die einzigen bereiche, die ich vollständig in diesem bereich sehe – alles andere (pardon, auch wenn es der/die ein oder andere selbst erledigt) kann nur „nebentätigkeit“ sein – wer wirklich selbst das CMS, die kamera, sein SEO agent & co ist, vor dem nehme ich natürlich den hut – dennoch muss die frage gestattet sein, ob das wirklich alles in einer hand liegen muss und sollte (!) die qualität und auch quantität des eigentlichen outputs an FASHION kann darunter leiden. ich formuliere es mal überspitzt: dann müsste ein schlachter auch die kühe füttern, gras zum füttern säen und mähen und die prospekte von handelsketten gestalten oder ein bäcker den weizen anbauen und die backöfen konstruieren – macht er aber nicht, weil er sich auf seine kernkompetenzen konzentriert – das würde ich von einem fashionblogger auch erwarten

    deshalb sehe ich das „model(n)“ nämlich ganz und gar nicht zwingend als aufgabe bzw. beschäftigung – das sind dann nämlich „nur“ die blogger, die bloggen und sich selbst zeigen (!) daran ist nichts auszusetzen, aber theoretisch könnte ich als fashionblogger (betonung: MÄNNLICH) genauso gut viele models fotografieren LASSEN und wäre dennoch fashionblogger 😉

    das wäre mein beitrag bzw. meine meinung zu deinem thema 🙂 ich hoffe, meinungen sind er-/gewünscht und erlaubt 🙂

    und zu deinem foto(beispiel) vermutlich, um zu zeigen, was man aus einem bild herausholen kann/muss 😉 das outfit ist klasse und steht dir echt gut – kann jetzt gar nicht sagen, ob es leger, stylisch oder sexy ist – irgendwie wohl alles 🙂 vor allem mal eins der wenigen beispiele bzw. beweise, dass strumpfhosen zu offenen schuhen sehr gut funktionieren (wenn ich mich nicht täusche, dass das peeptoes sind) und in dem fall ist es völlig egal (zumindest für den betrachter) ob minirock oder shorts – das sieht einfach toll aus (ich hoffe, frauen fühlen sich sowohl in shorts als auch miniröcken wohl – aber es gibt ja bekanntlich welche, die letzteres zu gewagt/kurz oder unangenehm finden)

    also weiter so – als fashionblogger(in)! (oder „was auch immer“) 🙂

    • Verlottert sagt:

      Wow, das ist ja mal ein Text! 🙂
      Also du hast wahrscheinlich recht, dass erfolgreichere Fashionblogger dann irgendwann sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und nicht mehr all diese Bereiche abdecken. Aber wer noch kein Team hinter sich stehen hat, wie es bei Verlottert ja auch nicht der Fall ist, muss schon all diese Bereiche selbst abdecken. In diesem Fall leidet natürlich die Qualität, da stimme ich dir auf jeden Fall zu, aber diese Jobs müssen letztendlich alle abgedeckt werden…
      Des Weiteren ist es bei einem Fashionblog nicht mehr die reine Mode die gezeigt wird, das sehe ich jedenfalls so, da unterscheiden wir uns ja auch in gewisser Maßen von der restlichen Modeindustrie, sondern das Gesamtbild. Unter anderem auch das Aussehen des Bloggers selbst. Aber das ist glaube ich auch eine Meinungssache, um das mal zusammenzufassen: Ich erledige alle diese Jobs und Ja, meine Quali – und Quantität leidet leider darunter, aber ich hoffe, dass ich davon auch irgendwann was aus der Hand geben kann. Der Artikel ist einfach nach bestem Gewissen und Wissen bezüglich meiner eigenen Erfahrungen geschrieben.
      Ich hoffe das klingt jetzt nicht als würde ich versuchen deine Meinung abzuschmettern, denn so ist das gar nicht gemeint! Und vielen Dank für das liebe Kompliment bezüglich des Outfits! 🙂

      • der schattenmann sagt:

        huhu,
        nur um das vermeintliche missverständnis aufzulösen: ich vermute schon, dass ich das, was du sagen/schreiben wolltest, verstanden habe – nur fand ich die ganze aufzählung dann doch etwas zu umfangreich, denn dann hättest du auch „catering-chef“ nennen können/müssen, weil du dich ja zwischendurch auch mit mahlzeiten und getränken stärkst 😉 das war kritik auf hohem niveau und ich lese euren blog ja sehr gern und wollte mal wieder meinen senf dazugeben 😉

        die qualität leidet nämlich bei dir/euch nachweislich NICHT ! vielleicht die menge, aber lieber so und gut als viel und dann schlecht 🙂 dass du/ihr euch gedanken über EURE outfits und EURE fotos (von EUCH) macht, das sieht man ja auch – die ergebnisse sprechen (im positiven!) sinn für sich – das macht ihr auch klasse ! und ich habe deine antwort auch nicht als abwatschen meines kommentars empfunden – wichtig ist, dass man „spricht“/schreibt und sich austauscht (!) 🙂

        ja das outfit ist halt top 🙂 nur selbst in den letzten tagen wohl zu heiss für sowas

        • Verlottert sagt:

          Okay, dann hab ich deinen Kommentar aber genau so verstanden wie du ihn gemeint hast 🙂
          Du hast schon recht, ich hab es hier natürlich sehr auseinander gepflückt.
          Aber danke für deine lieben Worte und sobald ich wieder in Deutschland bin wird auch wieder an der Menge gearbeitet 😉
          Austausch finde ich übrigens auch super und findet meiner Meinung noch viel zu wenig statt! Kritik ist meiner Meinung nach genauso wichtig wie Lob, auch wenn sie manchmal schwierig anzunehmen ist!

          Ganz liebe Grüße!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.